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[–] 2 points 9 hours ago* (1 child)

In der Folge müssten entsprechende Anbieter auch erwachsene Nutzer*innen wie Minderjährige behandeln, bis die Volljährigen das Gegenteil beweisen. Die Kontrollen sollen etwa auf Dokumenten basieren („age verification“) oder auf Schätzungen („age estimation“), etwa nach einem biometrischen Scan des Gesichts.

An diesem Ansatz gibt es viel Kritik. Zu den zentralen Argumenten gehört, dass sich nicht nur junge Menschen den Kontrollen unterziehen müssten, sondern alle. Hierfür müsste eine neue technologische Infrastruktur entstehen. Sie würde es zum Alltag machen, dass sich Menschen für allerlei Online-Dienste auf Grundlage sensibler Daten kontrollieren lassen, etwa mit ihrem Ausweis oder mit Biometrie, also einzigartigen Körpermerkmalen. Das greift tief in die Rechte der Nutzenden ein.

Warum geht jede Diskussion immer wieder dermaßen am Thema vorbei?

Nein, der Nachweis des Alters erfordert keine neue technologische Überwachungsinfrastruktur und eine ständige Übermittlung persönlicher Daten. So zu tun, als wäre eine vernünftige Implementierung nicht machbar (ist sie) und würde auch noch massive Infrastruktur erfordern (tut sie nicht; unser derzeitiger Ausweis wäre z.B. bereits jetzt dazu in der Lage gezielt nur das Alter ohne jede sonstige Angabe zu übermitteln, mit minimalen Änderunge auch noch weniger –volljährig? ja/nein z.B.–) geht man von fiktiven Voraussetzungen aus.

Und basieren auf diesem Hirngespinst dann zu diskutieren ob Alterskontrollen notwendig sind (ja, in einigen Fällen sicherlich) oder ob sie unverhältnismäßig in die Privatsphäre aller eingreifen (tut sie nur, wenn man sie absichtlich schlecht umsetzt, eben weil Überwachung das eigentliche Ziel ist) kann doch ernsthaft nur noch als Ablenkung aufgefasst werden.

Weiter verweist die Folgenabschätzung darauf, dass Technologie zur Alterseinschätzung zunehmend besser werde.

Die "Technologie zur Altersabschätzung" ist völlig unnötig, da der Staat das Alter bereits kennt, und somit als Autorität bestätigen kann, das Person X, dem die Bescheinigung der volljährig ausgehändigt wurde (als Tei seines ohnehin vorhandenen Ausweises z.B. *hust*) tatsächlich das entsprechende Alter hat. Das völlig ohne, dass er irgendwelche anderen Informationen preisgeben muss, denn die Indentität und die Richtigkeit der Daten, wurde bereit von staatlicher Stelle geprüft.

Also tun sie nicht nur so, als gäbe es keine vernünftige Möglichkeit zum Altersnachweis, sondern drücken auch klar aus, worum es ihnen eigentlich geht: wieder eine Möglichkeit unsere persönlichen Daten an K.I. zu verfüttern (oder, was eigentlich ja noch schlimmer ist, an die Firmen, die die K.I. anbieten und ganz sicher mit den Daten keinen Unsinn treiben werden).

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