Ich gebe dir was deine Ansichten zum russischen Angriffskrieg angeht absolut Recht. Ich teile da die Position der Parteiführung ganz und gar nicht. Aber auch ich war Teil der Friedensbewegung zu Zeiten des Krefelder Appells und den Friedensdemonstrationen mit 300000 Menschen. Auch mir hat erst der Ukraine-Krieg gezeigt, dass zumindest gefährliche Teile der Menschheit nicht so aufgeklärt sind wie ich dachte. Dass die heutige Linke ihre Wurzeln auch aus der Zeit des Nato Doppelbeschluss hat und sich schwer tut, diese radikal pazifistische Haltung aufzugeben, bedauere ich in diesem Fall. In der Basis ist diese Haltung allerdings durchaus umstritten und heiß diskutiert, auch bezogen auf den Gaza-Genozid.
Die Fragen, die ich aber stellen möchte, sind:
Würden sich Deutschland und die anderen europäischen Länder so für die Ukraine ins Zeugs legen, wenn der Krieg nicht so nah wäre und wenn wir die Bedrohung nicht auch direkt spüren würden? Wo ist unser militärischer Einsatz in den vielen anderen Konflikten auf der Welt?
Wieso füllt der Westen Russlands Kriegskasse durch immer noch stattfindenden Handel, z.B. mit Uran und Dünger?
Ist diese Haltung konsequent oder vielleicht doch auch ein Stück weit verlogen, zumindest aber inkonsequent, wie wir Menschen nun mal sind?