Wie begründet sich dein Vorwurf überhaupt, dass die Rote Hilfe so pauschal werten wurde? Ich kenne kein Indiz, dass die Gesamtheit der Politiker abgelehnt werden würde
Moment, hier müssen wir klar unterscheiden: dein Einwurf war: "Das ist wie wenn man korrupte Politik kritisiert", worauf ich erwiderte, dass die Rote Hilfe, um bei deinem analogen Politiker-Beispiel zu bleiben, in ihrem pauschalen "Klassenjustiz"-Vorwurf ja nicht nur korrupte "Politiker", also eine bestimmte Teilmenge, sondern alle "Politiker", nämlich unterschiedslos alle Teile zumindest der Exekutive und Judikative als Teil dieser "Klassenjustiz" abstempelt.
Wenn sie generell den Rechtsstaat ablehnen würde, würde sie doch nicht explizit Hilfe auf rechtsstaatliche Wege anbieten.
Sie bietet Hilfe für diejenigen, die bereits im Justizsystem des Rechtsstaats "gefangen" sind. Dabei sind für sie diese Verfahren und die Organe dahinter pauschal Ausdruck "staatlicher Repression", die "staatliche Kriminalisierung" linker Bewegungen bewirken soll. Das wertet unterschiedslos die Strafverfolgung aller linksmotivierter Täter als "Repression", selbst in solchen Fällen, in denen nach unseren rechtsstaatlichen Grundsätzen klare Verstöße vorliegen, bspw bei schweren Straftaten.
Natürlich kannst du es fragwürdig finden, dass es Anwälte gibt, die mitunter Straftäter verteidigen
Vor Gericht steht jedem eine Verteidigung zu. Was die Rote Hilfe macht, ist jedoch vorbehaltlos alle Taten auch außerhalb des Gerichts zu verteidigen und die Verfolgung derer als "staatliche Repression" zu diffamieren. Ich kenne nicht viele Strafverteidiger, die sich jenseits der Verfahren hinstellen und ihre Mandanten pauschal als Opfer inszenieren. Ich kenne auch nicht viele Strafverteidiger, die zur Grundlage der Tätigkeit für ihren Mandanten die Bedingung machen, auf keinen Fall mit den Behörden zu kooperieren.