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Wenn Politiker bislang auf notwendige Vorprüfungen verwiesen haben, dann wollten sie vor allem eins: Zeit gewinnen. Nur muss man sich spätestens nach Wahlkampf und Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt fragen: Zeit gewinnen wofür?
Wem nicht ohnehin vorher klar, mit welcher Wucht die AfD vorgeht, der konnte sich im Wahlkampf zur besten Sendezeit, auf Social Media, bei öffentlichen Auftritten anschauen, wer da künftig Macht ausüben will, mit welchem Personal.
Wurde in den vergangenen Jahren viel über Resilienz von Institutionen diskutiert, könnte der Begriff Resilienz allzu bald bedrohlich körperliche Bedeutung erlangen. Die AfD in Sachsen-Anhalt ist bislang nicht durch Pläne aufgefallen, durch feinsinnige Gesetzesänderungen wie in Polen und Ungarn den Rechtsstaat umbauen zu wollen. Vielmehr kann man gerade den Eindruck gewinnen, dass eine Atmosphäre entsteht, die Gewalt und Bedrohung entfesselt. Wie im Fall eines mutmaßlichen Übergriffs mit Baseballschläger im Streit um ein AfD-Wahlplakat oder Drohungen gegen eine Richterin. Für die Menschen in rechtsstaatlichen Institutionen und in der Zivilgesellschaft vor Ort läuft die Zeit. Dafür muss die AfD mit 44 Prozent Rückhalt in der Wählerschaft noch nicht einmal die Regierung in Sachsen-Anhalt übernehmen.
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