Was ich damit sagen will ist, dass diese Abwägung ein bisschen hinkt. Es wird suggeriert, als würde das Inkaufnehmen des platten Reifens etwas an der bevorstehenden Katastrophe ändern. Bzw. als dürfe man sich nicht über seinen platten Reifen echauffieren, weil uns schließlich größere Übel bevorstehen. Das ist nicht der Fall.
Das ganze führt am Ende natürlich zu der Diskussion, wo der Klimawandel auf individuelle Lebensentscheidungen geschoben wird und dann diskutiert man, was individuell noch ok ist und was nicht. Abgesehen davon, dass wir uns hier in einer Emissionsklasse befinden, wo man sicher bei praktisch jedem etwas dämliches im CO2-Fußabdruck finden könnte, ist diese Diskussion vollkommen absurd wenn man bedenkt, dass 70% der Emissionen von ein paar Konzernen ausstoßen werden und das Ziel sein sollte, diese mit Regeln zu belegen.
Ja, sicher, wir können uns auch weiter gegenseitig die Luft aus dem Reifen lassen, das sind ja schließlich die tiefhängenden Früchte des Klimaktivismus. Aber ganz ehrlich: Es wird nichts bringen. Jetzt kommt natürlich die Frage, was denn stattdessen etwas bringen wird. Ich weiß es auch nicht so genau, glaube aber nicht, dass diese Hilflosigkeit sinnlose Aktionen rechtfertigt im Sinne von "Besser was dummes machen, als gar nichts.