Oft wird uns eingeredet, dass wir letztendlich allein für unser Glück verantwortlich sind, und dass die Welt lediglich ein neutrales Podium für unsere individuellen Entscheidungen darstellt, und dass das Universum weder Schuld noch Verdienst kennt. Eine radikale These, die impliziert unter anderem, dass selbst untreue Partner oder hinterlistige Freunde lediglich Ausdruck unserer eigenen überhöhten Erwartungen sind. Aber hält diese Vorstellung wirklich stand?

Obwohl die Kultivierung einer starken Eigenverantwortung zweifellos essentiell für ein erfülltes Leben ist, birgt eine zu absolute Fokussierung darauf die Gefahr, wichtige Aspekte des Daseins zu ignorieren und eine unangemessene Vereinfachung der Realität zu fördern. Die Idee, dass alles, was uns widerfährt, ein direktes Ergebnis unserer eigenen Gedanken und Handlungen ist, beruht auf einem Verständnis von Rationalität und Kontrollierbarkeit, das zwar in Teilen legitim ist, aber nicht vollständig erfassen kann, wie komplexe Systeme funktionieren.

Auf jeden Fall ist es so gut wie sicher, dass die Wichtigkeit der Eigenverantwortung grundsätzlich stark überschätzt wird. Die Welt ist in der Tat keine bloße Kulisse, die nur unbeteiligt da steht, sondern eine Entität, die einem jeden Individuum etwas schuldet.

 

Ein kleiner Lifehack, der offenbar nicht jedem bekannt ist: Um die Suche im Internet fast wie in guten alten Zeiten genießen zu können, genügt es, bei einem Aufruf des Duckduckgo JavaScript zu deaktivieren. Dann wird man auf die Adresse https://html.duckduckgo.com/html/ weitergeleitet.

Beim Google funktioniert der Lifehack nicht. Man wird aufgefordert, JavaScript zu aktivieren. Bing verweigert zwar die weitere Zusammenarbeit nicht, bietet jedoch kein authentisches Erleben der archaischen Suchvorgänge.

DuckDuckGo positioniert sich seit seiner Gründung als eine datenschutzorientierte Alternative zu Google & Co. Einer seiner Kernversprechen ist übrigens die Ablehnung der Profilbildung und der Nachverfolgung von Nutzern. Doch erst nachdem ich diesen Lifehack zufällig entdeckt habe, konnte ich die wahre Herrlichkeit dieser Suchmaschine begreifen.

 

Normalerweise sollte man auf das Wählen aus Protest nicht zurückgreifen und sich von politischen Spielen lieber fernhalten, wenigstens aus Gründen der Hygiene. Wir haben es heute jedoch mit einer ungesunden Situation zu tun, wo eine vom Feind der Zivilisation gegründete Partei Propaganda, Spionage und Sabotage betreibt, um das Gefüge der verfassungskonformen Ordnung zu zerstören.

Um dieser dubiösen Kraft entgegenzuwirken, ist es angemessen, bestimmte Kompromisse einzugehen. Gewiss wäre es normalerweise nicht notwendig, Konzepte zu akzeptieren, mit welchen man nicht gänzlich einverstanden ist. Keine der vorhandenen politischen Parteien ist bereit, jeden individuellen Wunsch zu erfüllen. Sobald man das Programm einer Partei untersucht, findet man irgendwelche unannehmbaren Einzelheiten.

Man muss also seine eigene Anforderungsliste - zu seiner eigenen Orientierung - erstellen, und die politische Landschaft peinlich genau untersuchen. Wenn man seine Stimme aus Protest abgibt, dann lieber zugunsten einer Partei, die nicht nur ein mehr oder weniger akzeptables Programm hat, sondern in Vergangenheit so wenig wie möglich geschadet und gelogen hat, einer Partei, zu deren Grundwerten weder Opportunismus noch Ignoranz, Lobbyismus, Stagnation und Rückschritt gehören.

Es wäre also grundlegend falsch, eine "etablierte" Partei wie CDU/CSU zu wählen, um die AfD daran zu hindern, Macht zu ergreifen. Die Grünen wären zu bevorzugen, falls es keine Möglichkeit bestehen würde, Piratenpartei zu wählen.

Was den Verzicht auf einen Ausflug zum Wahllokal betrifft, ist er unter den gegebenen Umständen als schädlich zu bewerten.

 

Riesige Bauwerke mit unzähligen Fenstern, einige davon sind beleuchtet, die anderen nicht. Solche Strukturen werden gerne als Hintergrunddekorationen eingesetzt, und genauso von Zuschauern empfunden. Diese Hintergründe sieht man regelmäßig in Spielfilmen und in Computerspielen, insbesondere wenn es um das Sci-fi-Genre geht.

Es ist nahezu unvorstellbar, dass sich ein Zuschauer, bzw. Spieler melden würde, der sich statt auf die Hauptcharaktere und die Handlung der Geschichte auf das Bühnenbild fokussiert, um die Frage zu stellen: Wer sind die unscheinbaren Gestalten hinter jenen Fenstern? Gibt es sie vielleicht wirklich? Ob sie ihr eigenes Leben haben, und falls sie es haben, wie wird ihr Alltag aufgebaut?

Ein vernunftbegabtes Individuum sollte solche Fragen unverzüglich stellen, sobald in einem Spielfilm oder einer anderen Darstellungsform nur eine kleine Andeutung auf ein riesiges Bauwerk, bzw. Raumschiff mit Fenstern gibt. Mich persönlich hat es schon immer interessiert, wie der Alltag der unscheinbaren Unbekannten auf der Station "Citadel" im Spiel Mass Effect aussehen müsste. In TV-Serien wie "Battlestar Galactica" oder "Startrek" fokussiere ich mich auf Hintergründe - in der Hoffnung, in die unergründlichen Geheimnisse der jenseits des Rahmens der Geschichte existierenden Charaktere eingeweiht zu werden.

Ich vermute, dass das Leben der unscheinbaren Unbekannten in den meisten Fällen enttäuschend trivial sein muss, doch man weiß nicht wirklich Bescheid, bevor man es gründlich untersucht hat. Wenn man eine Untersuchung pauschal ablehnt, wie kann man dann wahre Schätze entdecken, die es sicherlich geben muss? Wie kann man an einem Mysterium liebenden Herzen teilhaben (selbst wenn es sich lediglich um ein Gedankenexperiment handeln soll), wenn man es nicht wagt, das Licht eines einzigen gottverlassenen Fensters wahrzunehmen?

 

Man muss keine Prophetenausbildung absolvieren, um vorhersagen zu können, dass bei einem Verbot des Zutritts zu den sozialen Netzwerken für Jugendliche die betroffenen Jugendlichen auf eine Plattform migrieren werden, die das Verbot nicht einhält. Ein beträchtlicher Teil der Erwachsenen wird ebenfalls nach neuen Möglichkeiten Ausschau halten, die sich wohlgemerkt als durchaus dubiös herausstellen können. Dies wird zur Folge haben, dass, um das Verbot trotzdem einzuhalten, bestimmte Netzwerke landesweit gebannt werden müssen. Später müssen auch sämtliche VPNs verboten werden. Diese Verbotspirale wird kein Ende haben, bis das Internet endgültig zerstört wird.

Die Wahrheit ist, dass ein Verbot in diesem Fall nichts anderes als vorsätzliche Sabotage ist, die keine konstruktive Wirkung impliziert. Die Lösung des Problems der feindlichen Propaganda in sozialen Netzwerken besteht nicht in den Verboten, sondern in der allgemeinen Bildung und Gegenpropaganda (!!!).

Die Unfähigkeit oder Unwilligkeit, Jugendliche ordentlich zu erziehen und Methoden zur Gegenpropaganda zu entwickeln, bzw. die Arbeit freiwilligen Gegenpropagandisten zu fördern, kann mit keinen heuchlerischen Verboten beseitigt werden. Es ist darüber hinaus zu vermuten, dass es sich in der Tat um eine vorgeschobene Unfähigkeit handelt, wobei die Sabotage und Hochverrat die eigentlichen Zielsetzungen sind.

 

Es ist bemerkenswert, dass sämtliche Epsteins Mittäter in allem Ernst glauben, sie haben nichts verabscheuungswürdiges getan. Jeder Mann und jede Frau habe gerne mitgemacht, wenn sie es nur könnten.

Die Tatsache ist aber, dass es ausgerechnet diese Mittäter sind, die zu den Mittätern geworden sind. Unter den Milliarden von Menschen sind die Reichen und Machthabenden die niederträchtigsten. Es ist halt so, dass es die schlechtesten sind, die diesen Weg beschreiten.

Schließlich verzichtet man darauf, Verbrechen zu begehen, nicht weil man es sich nicht leisten kann, sondern grundsätzlich weil man eben kein Verbrecher ist.

So sind auch Macht und Reichtum keine Sachen für jedermann - und zwar nicht weil der Jedermann es sich nicht leisten könnte, sondern weil er nicht der verabscheuungswürdigste und niederträchtigste unter allen Menschen ist. Es geht darum, dass der persönliche Fortschritt im Bereich "Macht und Reichtum" eine bestimmte, seltene Wesensart (d. h. eine Pathologie) erfordert, die weit davon entfernt ist, mit dem gesunden Menschenverstand, dem Gefühl für Ästhetik und den Werten der Zivilisation übereinzustimmen. Derjenige, der eine Karriere in diesem Bereich macht, ist definitiv ein Taugenichts - eine Person, die zu keiner vernünftigen Tätigkeit fähig ist.

 

Da man das Verborgene grundsätzlich nicht erkennen kann, ist man im alltäglichen Leben auf eine gewisse Diskretion angewiesen, was die Beurteilung von Anderen betrifft. Der Artikel 1 des Grundgesetzes dient nicht zuletzt dem Zweck, die Instrumentalisierung und Misshandlung der voreiligen Beurteilung zu verhindern. Sobald man alle Menschen gleich behandeln muss, ist man nicht berechtigt, Selektion durchzuführen, um einen vermeintlich unnützen Teil der Bevölkerung auszulöschen.

Die Gefahr des Profilings besteht darin, dass man das Verborgene zu erkennen versucht. Das heißt, der Artikel 1 der Verfassung wird sozusagen überflüssig, und die defaultmäßige Würde der Menschen verliert ihre Bedeutung. Sollte man hocheffiziente KI-Werkzeuge für die Zwecke des Profilings und der Selektion einsetzen, ist man imstande, vollautomatische Auslöschungsmaßnahmen in Gang zu setzen.

Im Endeffekt geht es also nicht darum, dass man als Bürger nichts zu verbergen glaubt, sondern darum, ob man das Recht auf sein Lebendigsein haben darf oder eben nicht. Das KI-Profiling ist kein Gegenstand von Freizeit-Verschwörungstheorien, sondern ein existentielles Risiko, das den Fortbestand der menschlichen Spezies selbst bedroht.

 

Zentralisierte Plattformen sind eine Plage, die das Internet vor einem Viertel Jahrhundert heimgesucht hat und es seitdem zu zerstören pflegt. Sie lassen das Individuum sich in der gesichtslosen Menge auflösen, daher verkörpern die Plattformen wie Meta, Reddit oder X das Böse; sie sind Werkzeuge des Totalitarismus ohnegleichen, denn sie relativieren den Wert des Individuums nicht, sondern schaffen ihn komplett ab.

Doch die sogenannten dezentralisierten Plattformen sind weit davon entfernt, ein Allheilmittel zu sein, denn es handelt sich in den meisten Fällen um eine falsch verstandene Dezentralisierung. Der Punkt ist, dass die Essenz des Internets aus zwei Bestandteilen besteht, nämlich aus dem Hypertext und den durch den Hypertext verbundenen persönlichen Websites. Eine angeblich dezentralisierte Plattform, die wie eine zentralisierte aussieht und Nutzer anlockt, ist nach wie vor eine zentralisierte Plattform.

Das wirksame Heilmittel muss aus der Förderung von persönlichen Websites und der Verteilung der Internetnutzer zusammengemischt werden. Es muss in der Tat nicht notwendig sein, eine spezielle Plattform zu besuchen, um an weltweiten Diskussionen teilzunehmen.

Die Vorlage für ein perfektes, dezentralisiertes Internet ist die alldämonische Zusammengebundenheit, die es jedem Individuum ermöglicht, sich in der Menge zu befinden, ohne dabei auf sich selbst zu verzichten.

Zeitvertreib (feddit.org)
 

Für einen Sterblichen, der bei der Seelenwanderung mitmacht, ist Zeitvertreib nichts anderes als eine zuverlässige Methode, die verbleibende Dauer seines Aufenthalts in der aktuellen Schöpfungswelt zu verkürzen, mit anderen Worten - jeder Zeitvertreib ist ein Sprung in die Richtung des Todes. Diese Tatsache sollte man stets im Kopf behalten, während man Inhalte sinnfrei konsumiert.

[–] 2 points 7 months ago (1 child)

The bot behind this initiative has been appearing in server logs for years, but there are still no meaningful results. After all, how useful is an index ("9.15 Billion URLs crawled") if there is no search engine? I finally just blocked the bot.

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