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[–] 5 points 21 hours ago (6 children)

Ich bin 28 und mache gerade noch meinen Doktor. Auswandern ist für mich definitiv eine Option.

Unser Gesundheitssystem ist Müll (meine chinesischen und indischen Arbeitskollegen fliegen in ihre Heimat, weil sie so schneller einen Termin bekommen), Steuergelder werden massiv verschwendet (siehe Schwarzbuch) und "alle Macht geht vom Volke aus" ist nur ein hohler Traum. Deutschland hat einfach so * Politiker wie Reiche oder Spahn und macht nichts dagegen/kann nichts dagegen machen.

Das Aufstiegsversprechen wird weder an der Schule noch in der Arbeitswelt gestützt. Ich möchte in einem Land leben, wo man durch gute Arbeit reich wird und nicht durch ein reiches Elternhaus. Wo die Kirche nicht Milliarden hortet und Millionen aus den Steuerkassen zieht.

Das sehe ich in Deutschland nicht. Final entschieden bin ich aber auch noch nicht; ist halt eine große Umstellung und das Gras sieht auch nur grüner aus, solange man auf der anderen Wiese steht.

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  • [–] 8 points 21 hours ago* (1 child)

    siehe Schwarzbuch

    Kleiner Hinweis am Rande: Das Schwarzbuch der Steuerzahler wird vom sogenannten "Bund der Steuerzahler" herausgegeben. Das ist am Ende eine Neoliberale Lobbyorganisation

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  • [–] 1 point 18 hours ago

    Ich weiß, dass die Organisation selbst schwierig ist, weshalb ich auch kein Mitglied bin. Das Schwarzbuch übernimmt mWn. aber größtenteils die Daten für das Schwarzbuch aus den Rechnungshofberichten. Man sollte aber natürlich vorsichtig sein und ich bin es da vielleicht noch nicht genug.

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  • [–] 3 points 19 hours ago* (3 children)

    Grundsätzlich stimme ich dir voll zu.

    Mit Gesundheitssystem hab ich aber gerade von indischen und chinesischen Freunden andere Dinge gehört. Indien scheint da eher das US-Modell zu fahren, wo Gesundheit deine Privatsache ist und entsprechend teuer, zumindest für alles, was über die Sprechstunde beim Hausarzt hinaus geht. Dafür sind die Medikamente günstig, weil direkt an der Quelle. China ist ein noch-Schwellenland mit noch schlechteren demographischen Aussichten, da hab ich auch nicht viel Gutes gehört. Versteht mich nicht falsch, in unserem Gesundheitssystem geht eine Menge schief, aber die beiden klingen für mich nicht nach positiven Beispielen.

    Nur so aus Interesse, da ich (minus den PhD) in einer ähnlichen Situation zu sein scheine: wo würdest du denn hin wollen?

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  • [–] 2 points 17 hours ago (2 children)

    Absolut fair. Das mit China und Indien war auch eher anekdotisch, weil meine Arbeitskollegen das halt machen. Bzgl. Indien wurde mir auch gesagt, dass dann Geld gezahlt wird. Er meinte aber grob "Mit dem Geld, was man in Deutschland einzahlt, kann ich mir in Indien jedes Jahr eine OP am offenen Herzen gönnen". Ich habe das aber nicht überprüft. Ich würde auch in diese Richtung nicht unbedingt tauschen wollen.

    Unser System krankt ja auch einfach an vielen kleinen Detailproblemen. I) Bspw. kenne ich jemanden, der in einem Arzt unterstützenden Beruf arbeitet und bis zur Digitalisierung haben die Krankenkassen regelmäßig behauptet, dass Dokumente abhanden gekommen sind, sodass sie die Zahlung nochmal um nen Monat drücken durften. Oder Entwicklungskosten von Softwarelösungen für die Krankenkassen wurden auf seinen Berufsstand umgelegt. II) Ärzte haben einige Positionen, die unmöglich bezahlt werden. III) Ärzte haben ein Verordnungsvolumen je Fall, was manche Verordnungen einfach schwieriger für sie macht https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/r/richtgroessen-und-wirtschaftlichkeitspruefung IV) Die berühmten Wartezeiten - Würde jetzt aber nicht nach Indien oder China auswandern, um dem zu entgehen.

    wo würdest du denn hin wollen?

    Das ist echt schwierig. Ich müsste mich viel mehr damit auseinandersetzen aber aktuell steht Finnland recht weit oben. Ich habe dort gesehen, was Steuergeld bringen kann, wenn es für Bibliotheken und Infrastruktur ausgegeben wird. Das hat mich ziemlich beeindruckt. Aber wie gesagt: Ich hab noch keine ausreichende Übersicht, um eine klare Antwort geben zu können.

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  • [–] 3 points 17 hours ago (1 child)

    Bin in einem ähnlichen Lebensabschnitt wie du.

    An sich verstehe ich die Gedanken sehr gut. Mein Problem ist nur tatäschlich, dass es sich immer relativ leicht darüber reden lässt das man auswandert... aber wenns konkret wird komme zumindest ich auf den Nenner, dass es nirgendwo viel besser ist als hier. Wie du sagst kommen am ehesten noch die skandinavischen Länder in Betracht, aber auch die rücken aktuell nach rechts und sind (zumindest weiß ich das anekdotisch aus Schweden) ebenfalls ziemlich xenophob. Ich persönlich weiß nicht ob ich mein Leben in einer Expat-Bubble verbringen möchte mit der perspektive durch den kapitalgetriebenen Rechtsruck irgendwann rausgeworfen zu werden. Aktuell denke ich mir ich versuche im hiesigen System meine Nische zu finden, gut funktionierende lokale Netzwerke aufzubauen und versuche über Selbstständigkeit/Selbstversorgung möglichst wenig an die reichsten paar prozent abdrücken zu müssen. Ist vielleicht Utopie aber wie gesagt, Auswandern scheint mir leichter gesagt als getan weils grade überall scheiße wird weil das Großkapital mal wieder versucht den Sack zu zu machen.

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  • [–] 3 points 15 hours ago

    Ich sehe hier einfach zu wenig Möglichkeiten wirklich etwas zu ändern, was sich einfach scheiße anfühlt. Du hast aber recht, dass andere Länder auch Vorbehalte gegen Migranten haben und man's dadurch noch schwerer haben kann.

    Selbstversorgung und Selbstständigkeit lösen das Problem für mich nicht; man ist immer noch Teil des Systems.

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