you are viewing a single comment's thread
view the rest of the comments
[–] 2 points 2 weeks ago (1 child)

Problem 1: Zusätzliches Sparen bremst wirtschaftliche Dynamik

Das ist schlicht zu kurz gedacht. Das investierte Kapital wird ja ausgegeben. Nur halt später, dafür aber durch den Zinseszins exponentiell mehr.

Mit anderen Worten: auch Kleinsparer:innen auf die Kapitalmärkte zu bringen, wird tendenziell ohnehin zunehmende Vermögensungleichheit noch weiter verschärfen.

Hier wird behauptet, dass Kleinsparer druch den Verzicht auf den Aktienmarkt dabei geholfen, wird den Abstand zu besserverdeinenden zu verringern. Das Gegenteil ist der Fall. Wer die Schere bekämpfen will muss statt dessen an der richtigen Stelle (dem Vermögen) ansetzten.

Ob Unternehmen investieren, hängt dann aber nicht nur davon ab, was die Finanzierung kostet. Ganz entscheidend ist auch die erwartete Nachfrage.. Und genau diese leidet aber, wenn wir Haushalte dazu motivieren, weniger zu konsumieren, damit angeblich mehr investiert wird

Sehr wohl hängen die Investitionen von der Finanzierung ab. Und das Nachfrageargument ist wie oben bereits erläutert sogar positiv für die Unternehmen. Nur halt nicht unbedingt kurzfristig. Aber ich glaube genau hier liegt das Grundproblem des Artikels. Kurzfristiges Denken.

  • source
  • hideshow 1 child comment
  • [–] 5 points 2 weeks ago

    Die Grundannahme stimmt schon: je mehr gespart wird, desto schlechter für die Wirtschaft.

    Aber die Schlussfolgerung ist halt weird: deswegen sollten arme Leute nicht sparen. Da bin ich bei dir: wenn die sparen (könnten und würden), und Zinsen erwirtschaften, ist das down the line besser.

    Wie immer, wäre der sinnvollste Hebel: den Vermögenden ins Sparschwein greifen und davon die Binnennachfrage erhöhen, und allen ginge es besser ¯\_(ツ)_/¯.

    Das beliebte Wirtschaftswunder nach dem Krieg hatte als größtes Standbein ja eine nie zuvor dagewesene Umverteilung.

  • source
  • parent