Viel Aufregung gibt es gerade um Musiker Marian Gold und seine Band Alphaville aus Münster. Die Organisatoren des Glücksgefühle-Festivals am Hockenheimring haben die Band für Freitag kurzfristig ausgeladen. In der Absage heißt es, "wir dulden keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art auf unsere Bühne".

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[+] -24 points 11 hours ago (3 children)

Ehrlich gesagt kann ich den Standpunkt der Organisation nachvollziehen - wir leben mal wieder in politisch sehr aufgeladenen Zeiten, in denen du entweder von rechts oder links aufs Korn genommen wirst. Ein politisch neutraler Ansatz für eine Veranstaltung ohne explizit politische Ausrichtung wäre da schon wünschenswert.

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  • [–] 14 points 11 hours ago (1 child)

    Wäre es dann nicht sinnvoll, wenn die Ausladung die Folge eines vorherigen Diskurs mit der Band wäre? So einfach in vorauseilendem Gehorsam ist dann doch eher selbst ziemlich politisch aufgeladen.

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  • [–] 10 points 11 hours ago (1 child)

    Ein politisch neutraler Ansatz für eine Veranstaltung ohne explizit politische Ausrichtung wäre da schon wünschenswert.

    So ein Ansatz ist seit der Geburt der Menschheit nicht möglich.

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  • [–] -4 points 10 hours ago (2 children)

    Ich meine, vielleicht habe ich mit "etwas über 40" schon sowas wie frühzeitige Demenz oder vielleicht bin ich vor ~15 Jahren auch einfach nur blind und taub durch die Gegend gelaufen, aber ich meine damals hätte es nicht diese extreme Politisierung wie heute gegeben...

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  • [–] 7 points 8 hours ago

    Meine Jugend ist schon etwas länger her als 15 Jahre, aber damals war es gefühlt unpolitisch, Judenwitze aus dem dritten Reich zu reißen, von Ehefrauen zu erwarten, dass sie ihren sexuellen Pflichten nachkommen oder Ausländer zu diskriminieren. Es war nicht normal, aber es hat sich auch niemand so richtig dran gestört solange es in einem gewissen Rahmen geblieben ist. Dann ging halt mal eine Augenbraue hoch und dann war das Thema gegessen. Man will ja auf dem Dorffest keine schlechte Laune verbreiten, nur weil einer im Suff einen schlechten Witz gemacht hat.

    Aber gesellschaftliche Probleme gehen halt nicht weg wenn man sie totschweigt, man bemerkt sie als Unbetroffener nur nicht.

    Wir haben seit damals riesige Fortschritte gemacht, und trotzdem fühlt es sich so an, als wären die gesellschaftlichen Gräben tiefer und tiefer geworden. Dabei waren die Gräben schon immer da und es lagen nur Bretter drüber, und die sind jetzt eben durchgemodert und ab und zu kracht einer mit dem Fuß durch und rastet aus, weil er das doch früher auch sagen durfte, ohne Gegenwind zu ernten.


    Aber ich gebe Dir insofern recht, dass ich den Veranstalter verstehen kann. Bei einem Festival kann so dermaßen viel schiefgehen, da braucht man nicht auch noch einen Shitstorm wegen irgendeiner Kleinigkeit. Scheint nur nach hinten losgegangen zu sein, was ich wiederum richtig finde. Musik ist nunmal oft politisch. Es ist absurd, von den Musikern zu erwarten, sich nicht politisch zu äußern.

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