Nein/Jein. Das ist leider schon ewig so. Und die waren noch vergleichsweise gut ausgerüstet, nur "under prepared".
Man muss da auch ein wenig unterscheiden: Das da war einfach massive Scheisse,da hilft dir keinerlei Ausrüstung. Da gibt es nur eine Möglichkeit das zu verhindern: Du kommst gar nicht erst in die Situation.
Das ist aber gar nicht so einfach: Bergwetter ist extrem flexibel und v.a. extrem schnell. Und leider sind die Modelle der Apps (gibt es aktuell nen Test in der SZ zu) sehr unterschiedlich genau. Ich hab schon Zellen erlebt,die aur knapp einem qkm die Hölle entfesselt haben, aber außenrum war Sonnenschein und 30°. Einen gewissen Pech Faktor hast du da immer. Gehst du aber nur an Tagen an denen 0% Risiko für schlechtes Wetter herrscht gehst du nie in die Berge...weil...nunja, irgendwas ist immer.
Das kombiniert sich aber mit zweiten Faktor: Selbstüberschätzung. Und das ist gar nicht böse gemeint: Wenn du eine Route nicht kennst passiert das absolut jedem Mal. Es werfe der/diejenige den ersten Stein, dem es nie passiert hat,dass aus der kurzen "Joa kurze Tour, wir sind um 15:00 Uhr wieder am Auto" ein "boah, noch ne Stunde länger und es wäre langsam dämmerig geworden" wurde. Routen sehen einfach anders aus und man selber ist auch nicht immer gleich schnell. (Literally. Hab für ne Route auf die ich sonst 2h brauche auch schon 4h gebraucht weil doofer Misttag)
Da aber zu wissen "joa fuck,ich dreh um" ist verdammt schwierig - Alpinisten leiden da genauso wie Piloten gerne an der "Getthereritis" und gerade Ziele wie die Zugspitze (wo du "oben" ja wieder mit der Bahn runter kommst) sind da prädestiniert.
Von daher: Diese Fälle sind sehr schwer zu verhindern. Da hilft nur sehr viel Aufklärung und Ausbildungsmöglichkeiten - was leider zuletzt seit Covid massiv ein Problem ist. Es sind massiv mehr Leute unterwegs,gleichzeitig gibt es weniger Ausbildungsmöglichkeiten und viele alte Bergführer haben aufgehört, ebenso ist der DAV immer schwieriger. (Daher ist z.B. eine Bergführerpflicht unmöglich)
Und was Ausrüstung angeht, wie gesagt: Da sind die noch "okay" gewesen. Ich bin formell zum HEMS-TC&winch Operator qualifiziert (der Typ der Notfallsanitäter ist/die Winde bedient/dem Piloten assistiert.)(bin aber nicht viel geflogen,btw.). Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich u.a. mal ne Familie aus einer Route geholt die selbst mit Klettersteigset als anspruchsvoll gilt. ...in T-Shirt, Chucks und kurzer Hose. Anfang Mai.
In Folge 2 (meine ich)der ersten Staffel sieht man ein nettes Beispiel für "schlechtes Equipment" (wobei der Typ imho nen manischen Schub hatte).
Von daher....schwierig.
An dem Einsatzgeschehen tue ich mich ehrlich gesagt in vielerlei Hinsicht schwer es zu bewerten - es gibt Punkte die auch im Bergrettungs-Milieu kritisiert werden (u.a. die Entscheidung die zweite Crew noch abzusetzen), aber umgekehrt ist es auch eine dermaßen scheiss Lage...das ich es auch verstehen kann. Ich hab als Einsatzleiter (nix mit Bergrettung) auch schon im Rückblick doofe Entscheidungen getroffen. Passiert.