Ich kenne mich mit den einzelnen Themen nicht im Detail aus un das bewerten zu können. Ich habe aber eher den Eindruck, dass das keine schlimmen Dinge sind, sondern dass die Schweiz da sehr viele Extrawünsche hat, die für sie gelten sollen. Das hat man in der EU zuletzt mit UK gemacht - es war Komplex und am Ende sind die trotzdem rausgegangen.
Bei dem Framing was ich von deiner Formulierung lese bin ich etwas vorsichtig, weil es die Schweiz als unschuldige Opferrolle darstellt. Ich bezweifle, dass das in der Realität tatsächlich so ist. (ist ja fast nie so).
Konkret bei dem Stromnetz wird folgendes Argument genannt: "Die Kommission sieht keinen Anspruch der Schweiz als Nicht-EU-Mitglied und ohne ein Stromabkommen mit der EU. Und sie hält eine Teilnahme von Swissgrid nicht für nötig für ein stabiles europäisches Stromnetz." Und für mich klingt das ziemlich einleuchtend. Die Schweiz wünscht sich Neutralität und dann ist das halt auch die Konsequenz.
Zum Börsenzeugs. Der Artikel funktioniert nicht, aber ich habe diesen gefunden: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/die-eu-sperrt-schweizer-aktien-aus-5827099.html Kurzes Überfliegen gibt mir den Eindruck, dass es doch als Druckmittel verwendet wurde um eine Erneuerung einiger früherer Abkommen zu machen.
Ich habe selbst einige Jahre in CH gelebt und kann immer noch nicht genau verstehen, warum es so sehe als Problem betrachtet wird. Die beste Erklärung die ich gehört habe, ist dass die Schweiz kaum unter WW2 gelitten hat und daher die Idee eines gemeinsamen Europas (nach all den Kriegen) als Vision weniger ansprechend war.
Dazu kommt, dass die Schweiz sich zwar gerne als neutral sieht, aber an der geographischen Realität kommt man nicht vorbei (Mitten in Europa und Wirtschaft vollkommen davon bedingt).. Bei Ukraine war ja auch zu sehen, dass sich die Schweiz ihren näheren westlichen Partnern in Sanktionen beteiligt hat.