Ein wichtiger Punkt fehlt: Das Nazi-Problem.
Günstiger ländlicher Wohnraum, schöne Landschaft, Option auf alte schöne Bausubstanz, würde eigentlich für mich passen. Wenn halt die Menschen nicht wären...
Ein wichtiger Punkt fehlt: Das Nazi-Problem.
Günstiger ländlicher Wohnraum, schöne Landschaft, Option auf alte schöne Bausubstanz, würde eigentlich für mich passen. Wenn halt die Menschen nicht wären...
Nach dem Abitur gab es in meiner Blase damals eine richtige Aufbruchstimmung. Jeder ist etweder in die nächste Großstadt gezogen oder hat direkt den Osten verlassen. Ich selbst habe auch erst das Eine und dann das Andere gemacht. Selbiges bei meinem Partner, ebenso aus dem gleichem Ort.
Von allen Leuten, die wir zusammen kennen, sind 2 dort geblieben. Und nur 1 Person will auch weiterhin dort bleiben.
Wohlgemerkt, ich komme nichtmal vom Dorf sondern aus einer Mittel- bis Großstadt. Es gibt sogar eine eigene Hochschule dort und trotzdem wollte praktisch niemand bleiben.
Same here, ich bin der letzte. All meine Freunde sind raus aus Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin auch nur hier geblieben, weil ich remote arbeite und kein typisches "Ostgeld" bekomme.
Fühle mich manchmal wie ein rich kid, dabei kriege ich "lediglich" ein leicht überdurchschnittliches Westgehalt. Man merkt, dass man damit hier jedoch weit besser da steht als so ziemlich alle anderen in der breiten Masse der Bevölkerung.
Mal abgesehen von dem in den Kommentaren angesprochenen Nazithema: Es ist halt so europaweit, dass Menschen aus den Dörfern und Kleinstädten in die Großstädte ziehen. Dort ist mehr los, aber dort gibt es halt v.a. auch Arbeit. Seit nämlich die Landwirtschaft im Endeffekt entweder komplett mechanisiert ist oder mit irgendwelchen unterbezahlten Halbsklavenspargelstecherkolonnen arbeitet, ist das definitiv auch kein Job, den man in einem abgelegenen Dorf machen will. Oder das, was da ist, klingt wenig attraktiv im Vergleich zu den Alternativen.
In Italien gibt es haufenweise fast ausgestorbene Dörfer, das ländliche Frankreich verödet, in Spanien gibt es riesige, fast leere Landstriche und in Osteuropa erst recht. Da ist es kein Wunder, dass das in Deutschland auch so ist.
Und das ist jetzt auch nicht grundsätzlich schlecht: Wenn irgendwo keine Menschen mehr leben wollen, dann gibt es wenig Gründe, dass man irgendwen dazu zwingt. Für die aktuell dort Lebenden benötigt man ein Change Management, um etwa so Themen wie "Arzt" oder "Lebensmittel" sicherzustellen, aber auch das geht. Selbst wenn nicht jeder zufrieden damit ist
Klingt doch nach einem top Argument für Homeoffice für die klassischerweise konservativen Wähler auf dem Land. Dann haben junge Leute zumindest einem Grund weniger die Gegend zu meiden.
Die Chance gab es ja in einem kleinen Möglichkeitsraum und wurde dann vertan. Pushen von HomeOffice. Gerade junge Familien in qualifizierten Jobs kaufen dann Immobilien da, wo es günstiger, naturnaher und ruhiger ist. Die überhitzten Immobilienmärkte der Großstädte werden entlastet. Die Dörfer bekommen "frisches Blut" und werden belebt. Wäre möglich gewesen, aber hey, jetzt fahren wir alle wieder ins Büro
Das ist auch im Westen so. Lüchow Dannenberg hat durch die Gorlebenproteste eine sehr starke links-grüne Szene. Da gibt es halt durchaus Orte wo die Grünen oder die Linken die meisten Stimmen in der letzten Bundestagswahl bekommen haben. Es ist immernoch ziemlich rechts in größeren Teilen, aber bei weitem nicht das Niveau im Osten. Trotzdem schrumpfen die Orte massive.
Für die aktuell dort Lebenden benötigt man ein Change Management
Das ist halt zusehends nur Mangelverwaltung. Das effektivste Change Management wäre einen Umzug zu bezahlen.
Es gibt kleine Inseln wo es sich aushalten lässt. Greifswald ist Studentenstadt, was zumindest etwas der braunen Suppe ausgleicht, aber man merkt noch deutlich die Wahlergebnisse.
Rostock ist auch nice, zumindest die Innen-/Altstadt. Überall bunte Fahnen, Multikultur und im Sommer spricht wegen der Touristen sowieso die halbe Stadt Englisch.
Das nimmt aber schnell ab, je weiter man sich vom Zentrum entfernt. In den Plattenbauvierteln ist leider auch teilweise ein rechter Sumpf (hab 15 Jahre in einem gewohnt und die schwarzweißroten Aufkleber im Hausflur waren zum Kotzen). Zum Glück muss ich da nicht mehr hin, wenn die ganze Stadt so wäre, würde ich hier nicht mehr wohnen.
Also egal wo ich hier gewohnt habe, die Treppenhäuser/Flure der Plattenbauten waren immer überraschend unpolitisch. Also jetzt nicht komplett unberührt aber eher sowas wie das jemand einen Smiley in die Wand geritzt hat oder jemand Blumenaufkleber auf alle Lichtschalter geklebt hat 😂
Aber dafür halt die Laternen und Litfaßsäulen. Aber da klebe ich ja auch 🙃
Leipzig ist halt linke Hochburg. Da traue ich mich auch ohne passing in femme Klamotten raus.
Ich habe, remote-ish AG sei Dank, Arbeitskollegen in ganz Deutschland. Den einen Kollegen, der in einem der aussterbenden Landstriche ein Haus gekauft hat, werde ich wohl nie verstehen. Also klar, toller Kaufpreis, aber man fragt sich halt, ob die in 20 Jahren die Stromnetze, Wasser und Verkehrsnetze noch weiter warten, weil nicht mehr nennenswert Menschen dort leben.
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