Ihr neustes Buch heißt „Der Rückfall“. Haben Sie hier auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt vorgegriffen?

Im Sommer 2025 machte die AfD einen Sprung von 30 auf 40 Prozent in den Umfragen. Seither sind wir eigentlich alle gewarnt, ohne dass Vorkehrungen getroffen werden. Unsere Dummheit wirkt aus historischer Perspektive mehr als beeindruckend. Aber für das Buch über die frühe NSDAP habe ich drei Jahre recherchiert. Es geht nicht um die AfD, es geht darum, den Aufstieg der NSDAP besser zu verstehen.

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Ist hier nicht ein gesamtgesellschaftlicher Rechtsruck vonnöten – und ist der nicht auch im heutigen Deutschland zu beobachten?

Es gab drei konservative bis verfassungsfeindliche Parteien, die in dem Zeitraum von 1928 bis 1930 alle ihre Parteivorsitzenden wechselten – und zwar von gemäßigten Konservativen zu kompromisslosen Hardlinern. Wir können nicht sagen: „Die Leute wählen lieber das Original.“ Aber was wir sehen, ist, dass die Hardliner, die die DVP, DNVP und die Zentrumspartei führten, Wählerinnen und Wähler nicht an sich binden konnten. Die flohen alle in Scharen zur NSDAP. Dass das so ist, ist eigentlich völlig unplausibel. Aber auch die CDU dürfte sich mit dem neoliberalen Hardliner Merz als Parteivorsitzendem und Kanzler die Sache mit der AfD etwas anders vorgestellt haben, als sie jetzt in der Realität abläuft.

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Auch in Berlin strebt die, wie es so schön heißt, „in Teilen“ extreme Rechte an die Macht. Welche Rolle spielen hier die demokratischen Parteien?

Ihr Part ist sehr bedeutend. Wir haben dort keinen innerparteilichen Wettbewerb mehr, in dem sich spannende Persönlichkeiten durchsetzen, die Millionen von Menschen begeistern und wie bei Obama etwas in der Bevölkerung wecken. Da sitzt irgendein Lars Klingbeil ganz oben, der eine ehemalige Volkspartei in der letzten Wahl auf historische 16,4 Prozent heruntergedrückt hat. Wo genau will er mit der SPD hin? Wo ist die innerparteiliche Demokratie, die eine solche Katastrophe verhindert?

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[–] 3 points 14 hours ago

Drei Jahre die Gründe des Aufstiegs rechter Parteien studiert und immer noch nichts kapiert. Diese staatstragenden "Linken" wie Ruch haben den Schuss immer noch nicht gehört. Die bürgerlich liberale Demokratie und ihr zugehöriges Wirtschaftssystem (Kapitalismus) sind in der Krise und was macht man da zur Wahrung der Staatsinteressen? Sozialer Kahlschlag zur Knechtung und Disziplinierung des Arbeitsviehs (uns) und Hochrüstung als Konjunkturprogramm, nur damit man das Arbeitsvieh (uns) dann für die imperialen Kriege der Zukunft verheizen kann. Da haben wir ihn, den Nährboden. Die liberale bürgerliche Linke à la Ruch, die im Grunde auch nur machtlos diesen Rechtsruck anstarrt wie das Kaninchen die Schlange hat nichts gelernt solange sie sich nicht mit den systemimmanenten Zusammenhang der beiden Seiten der gleichen Medaille Faschismus und Kapitalismus auseinandersetzt und lieber Onkel Kevin aus Bautzen shamed weil er nach Malle fliegt zum Biersaufen und AfD wählt. Die AfD hat den größten Zuspruch bei den "Verlieren" dieses Systems weil sich in ihren Augen alle "Linken" mit dem System, das ganz klar gegen Arbeiter*innen und Arme arbeitet, identifizieren. Von da der Haß auf die Grünen. Stattessen: Lüge der AfD als Arbeiterpartei entlarven Lüge der AfD als Friedenspartei entlarven Lüge der AfD als Alternative zum System entlarven Klassenbewusstsein Aufbau linker Parteien, die ganz klar eine echte "Alternative für Deutschland" im dem Sinne sind, dass sie sich Null mit dem jetzigen System identifizieren

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