Du schreibst es ja selbst - man besitzt keine Arbeitnehmerrechte. Es ist eben ein Dienst. Ein Zwangsdienst, wenn du es so willst. Jedoch ist ein Dienst immer mit gesellschaftlichen Zwang unterlegt. Es ist eine uralte gesellschaftliche Treue und Fürsorgepflicht.
Mal ein Blick in die Geschichte. Lehnsdienst und Lehnswesen:
Der Lehnsherr, welcher der rechtliche Eigentümer von Grund und Boden oder bestimmter Rechte war, verlieh diese dem Lehnsempfänger auf Lebenszeit. Dafür musste der Lehnsempfänger dem Lehnsherrn persönliche Dienste leisten. Dazu gehörten z. B. auch das Halten des Steigbügels, die Begleitung bei festlichen Anlässen und der Dienst als Mundschenk bei der Festtafel. Beide verpflichteten sich zu gegenseitiger Treue: Der Lehnsherr zu Schutz und Schirm, der Lehnsempfänger zu Rat und Hilfe. Weiterhin waren Lehnsherr und Vasall einander zu gegenseitiger Achtung verpflichtet, d. h. auch der Lehnsherr durfte seinen Lehnsempfänger per Gesetz nicht schlagen, demütigen oder sich an seiner Frau oder Tochter vergreifen.
https://www.heraldik-wiki.de/wiki/Lehnswesen
Ein Blick ins Beamtenrecht:
Der Dienstherr ist die öffentlich-rechtliche Institution, die Beamte beschäftigt und deren Rechte und Pflichten regelt.
Er besitzt umfangreiche Weisungs- und Kontrollrechte im vollen Umfang gegenüber den Beamten.
Der Dienstherr trägt eine umfassende Fürsorgepflicht, die verschiedene Punkte wie Schutz, Unterstützung und Gesundheitsvorsorge der Beamten umfasst.
Bei Pflichtverletzungen kann der Dienstherr Disziplinarmaßnahmen ergreifen, Beamte können aber auch Ansprüche gegen den Dienstherrn geltend machen.
Etymologie - Herkunft der Wörter
dienen Vb. ‘für jmdn. etw. tun, ihm helfen, abhängig sein’, ahd. thionōn (8. Jh.), mhd. dienen, asächs. thionon, mnd. dēnen, mnl. nl. dienen, anord. (aus dem Mnd.?) þjōna, schwed. tjäna (germ. *þewanōn) ist eine mit -n- erweiterte Ableitung von germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’, das in got. þius ‘Knecht’, urnord. þewaʀ ‘Diener, Lehnsmann’, aengl. þēo(w) ‘Diener, Knecht, Unfreier’ bezeugt ist
https://www.dwds.de/wb/etymwb/Dienst
Wogegen Arbeit, arbeiten immer aus der Notlage, einer Verschuldung, einer Versklavung oder ähnlichem herkommt. Arbeit ist immer mit asymmetrischer Macht verknüpft. Dem Geld bezahlenden und den Geld empfangenden. Und es ist immer Geld im Spiel, da Geld immer ein Mittel zur Machtausübung und Unterdrückung war.
Dienste ausüben jedoch nicht. Dienste übt man auch unentgeltlich aus.
Arbeit f. ‘zweckgerichtete körperliche und geistige Tätigkeit des Menschen, Produkt dieser Tätigkeit, Werk’, ahd. arbeit f., arbeiti n. ‘Mühsal, Plage, Anstrengung, Ertrag der Arbeit’ (8. Jh.), mhd. ar(e)beit f. n., asächs. arƀed, arƀid f., arƀedi n., mnd. arbēt m. n. f. (daraus schwed. arbete und dän. arbejde), mnl. arbeit m. f., nl. arbeid m., aengl. earfoþe, earfeþe n., anord. erfiði n., got. arbaiþs f. lassen sich, soweit es das ursprüngliche (mehrfach zu einem neutralen Stamm umgebildete) Femininum betrifft, zurückführen auf germ. *arƀējiðiz ‘Mühsal’, das als Abstraktbildung zu einem untergegangenen germ. ēn-Verb *arƀējō ‘bin verwaistes und daher aus Not zu harter Arbeit gezwungenes Kind’ angesehen werden kann. Damit ist eine Verbindung zu ie. *orbh- ‘verwaist, Waise’ (s. 1Erbe) hergestellt, von dem sich vermutlich auch arm (s. d.) herleitet
https://www.dwds.de/wb/etymwb/Arbeit
Oder um es drastisch und kurz auszudrücken:
- Der Gefallen ist der Bruder vom Dienst.
- Die Arbeit ist die kleine Schwester der Sklaverei.