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Verhaltene Reaktionen von Sozialverbänden auf Zivildienstpläne
(www.tagesschau.de)
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Es wäre sicherlich gerecht(er), wenn auch Frauen eingezogen werden würden, wie beispielsweise in Israel. Aber der Wehrdienst und Zivildienst sind genauso wenig Zwangsarbeit, wie Steuern Diebstahl sind. Beides erachten wir als Staat als notwendig. Alles was unser Zusammenleben regelt, ist Zwang. Zu den einzelnen Punkten kann man stehen wie man will, genauso wie man Parteien wählen oder wie man sich bei Parteien engagieren kann, die es abschaffen oder einrichten wollen. Und wer die meisten Wähler von der Richtigkeit seiner These überzeugt, kann sie dann auch umsetzen.
Wenn Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen würden, keine Karriereknicks wegen Geburt(en), Betreuung, Carearbeit und Pflege hätten, sondern das alles gerecht aufgeteilt werden würde, so dass sie sich beruflich gleichauf weiterbilden und - entwickeln könntten, wodurch sie dann auch nach getaner Arbeit die gleiche Rente bekommen würden, dann wäre es gerecht, dass sie auch zum Wehr- oder Zivildienst herangezogen werden würden. Doch gerade seit Corona haben wir uns in Deutschland diesbezüglich noch mal einige Schritte zurück entwickelt.
Das sehe ich fundamental anders und zwar aus einem Grund: Es ist ein Unterschied, ob der Staat etwas macht oder ob sich etwas aus privaten Entscheidungen ergibt. Etwas platt gesagt: Wenn man es selbst nicht schafft die familiäre Belastung gerecht mit seinem Partner aufzuteilen, dann ist es sicherlich nicht gerecht, wenn der Staat völlig unbeteiligte Jugendliche deswegen in Zwangsdienste presst.
So einfach ist das aber nicht, weil auch diese angeblich privat getroffenen Entscheidungen eben doch politisch, strukturell und gesellschaftlich extrem beeinflusst werden. Ich habe hier gerade einen interessanten Artikel dazu gefunden https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-auch-erwerbstaetige-muetter-uebernehmen-meist-grossteil-der-kinderbetreuung-57852.htm
Trotzdem finde ich es auch nicht gut, dass wieder eine globale Bedrohung besteht und wir uns ernsthaft über unsere Sicherheit Gedanken machen müssen. Gleichermaßen bin ich entsetzt, dass "wir" plötzlich davon überrascht werden, dass die Boomer in Rente gehen und wir gleichzeitig mit einem Mangel an Arbeitskräften und einem Boom an Pflegebedürftigen jonglieren müssen. Und ja, es ist wirklich nicht gerecht, dass alles auf die junge Generation abzuwälzen. Zumal ihnen zusätzlich noch schlechte Renten, Hitze und andere Klimakatastrophen sowie ein systematischer Abbau von natürlichen Lebensräumen, der auch weitere Pandemien begünstigt.