Das müssen diese Sozialschmarotzer sein, von denen die Politiker immer erzählen, dass sie nicht arbeiten, trotzdem Geld bekommen, und damit unsere Volkswirtschaft belasten.
Das ist übrigens ein schönes Beispiel für eine "Verstaatlichungsdividende", die wir uns als Gesellschaft auszahlen könnten: Vonovia profitiert ja auch stark von staatlichen Subventionen: Der Staat zahlt Wohngeld. Der Staat zahlt die Mieten von Bürgergeldempfängern und Asylbewerbern. Mit einer ordentlichen Staatsquote im Wohnungsbestand könnten diese 30% der Mietzahlungen einfach im Staatshaushalt bleiben.
Früher waren auch viele Vonovia Wohnungen im Staatsbesitz. Angefangen haben die mit dem kauf der Eisenbahnerwohnungen und dann kamen viele kommunale Wohnungen dazu.
einfach non profit wohngenossenschaften draus machen. eigenständig. aussehalb vom staatseigentum. dann kann in ein paar jahren keiner mehr das tafelsilber an freunde verscherbeln
wenn die wohngenossenschaft groß genug wird dann geht sie m.m.n. fließend in eine politische gemeinde (kommune) über.
ich denke sogar, solche wohngenossenschaften (dörfer) sind der historische ursprung von gemeinden.
Mit einer ordentlichen Staatsquote im Wohnungsbestand könnten diese 30% der Mietzahlungen einfach im Staatshaushalt bleiben.
siehe Wien. da gibt es viel kommunalen wohnungsbesitz. Vielleicht sollte man da die finanzielle Situation als Fallbeispiel studieren.
Hat man sicher, um zu wissen, was es zu vermeiden gilt.
?
Ich spekuliere, dass Think Tanks Wien studiert haben, weil Investoren in Deutschland keine Wiener Verhältnisse wollen. Man muss mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um den sozialen Wohnungsbau nicht massiv auszubauen. Politiker müssen daher überzeigt werden, es nicht zu tun.
hmm ja kann sein. ich denke eher es ist der privatisierungswelle zuzuordnen, dass in den letzten jahrzehnten so wenig kommunaler wohnbau betrieben wurde. irgendwas von wegen "private unternehmen können das effizienter".
Privatisierung ist erst einmal neutral. Wohnungspreise regelt der Markt. Solange es ein Überangebot gibt, sind Wohnungspreise nahe den Herstellungskosten. Die Wohnungen zu verkaufen ist sogar gut, weil dann der Staat mehr Geld hat, um neue Wohnungen zu bauen.
Der Fehler war, das Angebot nicht zu erhöhen, als die Nachfrage stieg. Wien hätte gebaut und Bauaufträge genehmigt, Deutschland hat vergessen, Mitarbeiter für Baugenehmigungen einzustellen.
Das kann in einer Kommune aus versehen passieren, aber nicht deutschlandweit.
dass die wohnungspreise der markt regelt ... naja. ich denke man darf dabei nicht vergessen, die kommune selbst als aktiven marktteilnehmer zu sehen. es gibt nämlich kein gesetz dass eine kommune nicht aktiv wohnbau betreiben darf, ganz im gegenteil die wohnungen können dadurch genauso qualitativ hochwertig und kosteneffizient sein, aber die langfristigen mieteinnahmen fließen zurück in die kommune, anstatt an private investoren.
markt ja, aber nur wenn man die kommune als aktiven marktteilnehmer versteht.
Gerne. Für mich stellt sich dann die Frage, warum die Kommunen nicht soviel bauen, dass es keine Wohnungsnot mehr gibt und die Mietpreise fallen.
hmm ja das ist dieser neoliberale gedanke dass "unternehmen immer effizienter sind als der staat und daher die hauptlast der wirtschaftlichen aktivität tragen sollten" - und wohnungsbau fällt da eben darunter.
das hängt wirklich mit der gesamtwirtschaftlichen situation zusammen. ich hoffe dass wir irgendwann sehen werden, dass kommunaler wohnbau tatsächlich enorme politische macht zu tatsächlich demokratisch gewählten institutionen verschiebt, was ein wesentlicher vorteil für die lebensqualität von menschen ist.
dass kommunaler wohnbau tatsächlich enorme politische macht zu tatsächlich demokratisch gewählten institutionen verschiebt
Wie das?
keine willkürlichen kündigungen z.B. (was bei privaten vermieter:innen durchaus passieren kann)
hauptsächlich aber auch in hinblick auf enshittification. eine private wohnungsvermietungsfirma gibt sich zuerst sehr freundlich, um mieter:innen anzulocken, und erhöhen dann später massiv die preise. du kannst entweder ausziehen, was oft eine enorme emotionale belastung ist weil man ja auch bindungen hat, oder mehr zahlen. bei kommunalem wohnbau passiert das nicht, da diese gemeinnützig orientiert sein müssen.
und erhöhen dann später massiv die preise. ...
Desswegen braucht der Markt viele Wohnungen. Bei einem Übrrangebot macht der Vermieter das nicht weil es zu einfach ist zu wechseln und er lange braucht, um neu zu vermieten.
... bei kommunalem wohnbau passiert das nicht, da diese gemeinnützig orientiert sein müssen.
Wenn Wohnungsknappheit herrscht ist es aber nicht fair, wenn die Gemeinschaft so die Wohnungen weniger subventioniert. Fair wäre, auch die Mieten zu erhöhen und von den Mehreinnahmen Wohnungen zu bauen, so dass die Mieten später für alle fallen.
enorme politische macht zu tatsächlich demokratisch gewählten institutionen verschiebt
Das verstehe ich weiterhin nicht.
Kreuzigt Ihn, er hat Sozialismus gesagt!
§ 291 StGB Wucher
(1) Wer die Zwangslage, die Unerfahrenheit, den Mangel an Urteilsvermögen oder die erhebliche Willensschwäche eines anderen dadurch ausbeutet, daß er sich oder einem Dritten
- für die Vermietung von Räumen zum Wohnen oder damit verbundene Nebenleistungen
[...]
Vermögensvorteile versprechen oder gewähren läßt, die in einem auffälligen Mißverhältnis zu der Leistung oder deren Vermittlung stehen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
[...]
(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
[...]
2. die Tat gewerbsmäßig begeht,
[...]
Juristen erklärt mir warum das nicht zutrifft. 30% vom Umsatz(!) als Dividende ist pervers.
recht haben und recht bekommen. Außerdem mit mietspiegel und "die anderen sind genauso teuer".
Die anderen Vonovia Wohnungen...
Und es könnten 90 Cent sein, wenn nur dieser unfaire Mietendeckel nicht wäre!
Stark. Also könnte die Kaltmiete zum Beispiel von 1000€ im Monat auf 700€ gesenkt werden ohne weitere Abstriche.
Der größte Aktionär ist übrigens mit ca. 10% der Norwegische Rentenfonds.
Wer hat, dem wird gegeben.
Meine Großtante dazu: Der Teufel scheißt immer auf den dicksten Haufen.
Dann müsste man ja nur 625.000 € in Vonovia investieren, um kostenlos in einer 700 € Wohnung leben zu können. Schnäppchen! /s
Magst du die Rechnung erläutern? Wenn ich monatlich 700 Euro Dividende bekommen will, wären das 8400€ im Jahr. 8400 € Dividende / 625.000 € Investment wären gerade mal 1,344% Verzinsung. Wenn man etwaige Kursgewinne mal beiseite lässt, wäre das gar nicht mal so gut.
Laut Finanzen.net Betrug die letzte Dividende aber 5,60% des aktuell Kurses. Wenn ich mit der Zahl arbeite, bräuchte ich also 8.400 € / 0,056 = 150.000 € Investment, in Vonovia, um die Mietwohnung zu bezahlen. Unter der Annahme, dass die Dividende stabil bleibt und es keine Kursgewinne oder -verluste gibt.
Die Kapitalertragssteuer muss du dann auch noch berücksichtigen.
Dann wäre ich aber trotzdem "nur" bei 200.000€ Investment und nicht bei 600.000+. Oder steh ich auf dem Schlauch?
Ich rechne mal:
700€ x 12 Monate = 8400€ Mietzahlungen im Jahr
Sprich: Wir benötigen 8400€ * 1,25 = 10.500€ Dividende pro Jahr. Ich rechne jetzt mit der vollen Kapitalertragssteuer und lasse Freibeträge und sonstiges mal weg
Wenn die Dividende 5,60% des Kurses beträgt, bekomme ich für jeden investierten Euro dann 5,6 Cent an Dividende
Dann komme ich auf 10500€/0,056 = 187.500€
Und weil es so schön ist: 187500 / 8400 = 22,3 Jahre. Wenn man also 22 Jahre keine Miete zahlen müsste und in Vonovia investiert, könnte man bei Vonovia von den Dividenden weiterhin keine Miete zahlen.
(Und mal nebenbei: Das zeigt wunderbar, wie sehr Kapitalerträge Vermögen aufbauen und wie sehr der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt. Das Beispiel ist sicherlich etwas wild, aber wenn du einen gewisses Vermögen investiert hast und sei es in ETFs, dann tragen diese schon erstaunlich zum Lebensunterhalt bei. Das ist es ja gerade, was die Gutverdiener in der Gesellschaft oder die Erbenfraktion von den ärmeren Teilen unterscheidet. Die einen haben halt dann so viel Investment, das es die Miete zahlt und im Zweifelsfall dann sogar noch das höhere Einkommen, von dem man noch mehr sparen und investieren kann)
Das zeigt wunderbar, wie sehr Kapitalerträge Vermögen aufbauen und wie sehr der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt
Und das wird erst richtig gut, wenn Du an deine Holding ausschütten lässt. Mir nichts dir nichts zahlst du gar keine Steuer mehr.
Wenn du dann Geld brauchst für den Kaffee beim Bäcker, dann leihst du das bei der Bank. Deine Rendite ist größer als der Zinsatz des Kredits, deine Holding nächstes Jahr schon viel mehr wert. Also nimmst du einen neuen Privatkredit auf, zahlst davon deinen Alten ab und bist immer liquide.
Bonuspunkte: du bist ja privat krass verschuldet jetzt, das mindert auch noch mal Steuern 🎉
Wir benötigen 8400€ * 1,25 = 10.500€
Du musst m.E. 8400 / 0,75 rechnen. Dann kommst du auf 11.200€ Dividende, die du eigene einnehmen musst. Wenn du von denen dann 25% angeben musst, bleiben dir genau 8.400€. Dann kommst du mit deiner Rechnung auch auf die 200.000€, die ich geschrieben hatte.
Wollen wir den Thread noch verlängern? Kirchensteuer und Solibeitrag sind auch fällig auf Aktiengewinne.
Mir ging es nur um die generelle Größenordnung, weil ich nicht nachvollziehen konnte, wo die 625k herkamen, aber du darfst es gerne genauer vorrechnen. ;)
Nene, du willst mich doch in so ein Rabbit Hole locken. Nix da ;-D
Es war von 0,30€ Dividende die Rede. 8.400 € / 0,30 € = 28.000 Aktien. Bei einen Kurs von 22,32 € sind das die 625.000 € Anlagebetrag. Als ich den Kommentar geschrieben hatte war das der aktuelle Kurs.
Steuern habe ich ignoriert, was falsch ist.
Kann einer nachvollziehen, worauf sich die 30 Cent von jedem Euro beziehen?
Ich habe die Diskussion schon anderswo gelesen.
Im Artikel stehen nicht explizit Mieteinnahmen und Vonovia hat etwa 4,7 Mrd Umsatz aus Miete.
Eine Mrd davon wäre näher an 20 Cent.
Reiner Umsatz aus Miete oder Umsatz aus Kaltmiete + Zulagen?
Oder der Mietumsatz beinhaltet Gewerbemietverträge und die 30 Cent sind nur auf Wohnmietverträge bezogen?
Was? Nur 30 cent. Was bin ich, sozialistischer Aktienkäufer? Wird direkt verkauft. Wo steht Rhein-Metall gerade? Krieg ist bestimmt viel besser. Irgendwie muss ein Mittelständler doch seine Koks und Nutten finanzieren. /s
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